Rede zu G8

Diese Rede ist gedacht für die Demonstration am 15.05.2013 gegen G8 in Düsseldorf. Da ich selbst im Urlaub bin, wird diese verlesen!

 

Hallo an alle Mitstreiter*innen,

wir sind heute alle zusammen auf den Straßen Düsseldorfs, um gegen das derzeitige Modell des Schulsystems zu demonstrieren und ihm den Kampf anzusagen! Seit der Einführung im Jahr 2004 in NRW müssen wir enorme Defizite bei der halbherzigen Umsetzung von G8 feststellen. Hier versuchen die Regierenden Probleme im Schulsystem mit einer schlechten Umsetzung zu übertünchen und handeln im Interesse der Wirtschaft, aber nicht im Sinne der Menschlichkeit oder gar der sozialen Kompetenz. 

G8 löst auch nicht die Fragen:

  • Wie wir mehr Lehrpersonal zur Verfügung bekommen,
  • Wie kleinere Klassen und Kurse geschaffen werden können,
  • Wie wir verwahrlosten Klassenräume entgegen treten,
  • Wie wir pädagogisch wertvollen Unterricht gestalten können ohne verstaubten Frontalunterricht,
  • Wie wir Schüler*innen individuell fördern können.

Schon zu Zeiten als noch 13 Schuljahre die Regel gewesen sind, hatten die Lehrer, aufgrund des enormen Personalmangels und den riesigen Klassen kaum Zeit, um auf die Lernbedürfnisse des Einzelnen einzugehen. Ich persönlich habe noch in einem Deutsch-Leistungskurs gesteckt mit 31 anderen Schüler*innen – und das als 13 Schuljahre noch die Regel waren. Das heißt wir waren 32 Schüler*innen in einem Leistungskurs. Wie hierbei eine angemessene Beurteilung des Einzelnen  erfolgte, bleibt mir bis heute schleierhaft. Dieses Problem wird nicht durch G8 gelöst – Nein! Im Gegenteil: Durch die Verkürzung und durch den weiterhin herrschenden Personalmangel wird dieses Problem noch drastischer.

Mit der derzeitigen Umsetzung in NRW müssen Lehrer*innen so zügig den Unterrichtsinhalt vermitteln, dass es kaum noch Schüler*innen gibt, die diesen Stoff lernen können, ohne Nachhilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Dies ist gravierend für finanziell benachteiligte Mitmenschen, denn sie können sich nicht ohne weiteres Nachhilfe leisten, die teilweise 10€ die Stunde kostet.

  • Bildung darf nichts Kosten und muss jedem*r ermöglich werden!

Immer mehr Schüler*innen gehen ungern zur Schule. Das ist sehr bedauerlich. Wen wundert es, da durchschnittlich von 30 Wochenstunden auf 34 erhöht worden ist und Schüler*innen teilweise bis in die Abendstunden in der Schule sein müssen mit einem straffen Programm? Ehrenamtliches Engagement, sportliche Aktivitäten und Äähnliches sind hier nur rudimentär zu pflegen. Wenn wir nicht die Jugend begeistern können, weil diese ermüdet, nervlich am Ende oder lediglich mit Nachhilfe beschäftigt ist, können wir nicht nach vorne schauen. Unsere Jugend bzw. unsere Bildung ist der Spiegel der Gesellschaft und aus diesem resultiert wiederum die Zukunft.

  • Schüler*innen dürfen keinem Dauerstress ausgesetzt sein!

Es hat sich dahingehend entwickelt, dass Schüler*innen nur noch auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden, aber nicht mehr auf das Leben. So verkommt Schule zu einer staatlichen Institution, wo Steuerzahler*innen und Arbeitswillige erzogen werden sollen.

  • Schule darf nicht dem alleinigen Zweck dienen zum Arbeitstier erzogen zu werden!
  • Schule ist ein Lebensraum – keine Lernfabrik!

Dieses Jahr gab es einen Doppelten Abiturjahrgang, so dass es doppelt so viele Abiturient*innen gibt, wie in zuvor. Dadurch ist der Sturm auf Universitäten, Ausbildungsbetriebe und Ähnliches enorm. Hier wurde seitens der Regierung völlig verschlafen, Lösungen bereitzustellen. Es ist notwendig, dass Universitäten und Fachhochschulen ausgebaut werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass im Bildungsbereich immer wieder der Rotstift angesetzt wird.

  • Wir brauchen mehr Lehrpersonal und kleinere Klassen!

 

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