Kommentar zur BILD – "Die gierige Piratin"

Da twittert man einfach so vor sich hin und ergießt seine Gedanken in Textform auf Twitter nieder. Zurzeit wird exzessiv über das Buch von Julia Schramm diskutiert. Bei der überquellenden Timeline zu dem Thema und dem ständigen niederprasseln von weiteren Informationen über Twitter, werfe ich meinen Hut in den Ring und kommentiere:

Was war der Gedanke hinter diesem Tweet? Nun bei den ganzen Menschen die sich über dieses Buch aufregen, fragte ich mich stets, wenn es doch wirklich so schädigend ist, wieso niemand versucht das Quorum von 10% der Mitglieder zu erhalten und somit den Bundevorstand mit aktuellen Fragestellungen zu befassen. Es war polemisch, gar trollartig und doch in diesem Augenblick naiver weise nicht bedacht worden, dass dies sofort von der BILD aufgefasst wird.

Daraufhin folgt mir Frau Delistat aus der Hauptstadt Redaktion der BILD und bittet um Rückruf. Einige Stunden Zeit lasse ich mir, bis ich doch zurückrufe. Ich unterhielt mich mit einigen, ob man mit der BILD sprechen sollte oder nicht, ob man es darf oder nicht. Durch die Reihen hinweg wurde mir mitgeteilt, dass es nicht sinnvoll ist ein Statement abzugeben. Daher rief ich die Dame an, sprach mit ihr und sie wollte ein Statement am besten per Email erhalten. Ein Statement von den Jungen Piraten NRW e.V. – bzw. ein Statement wie sie sagte, von dem Korrektiv der Piratenpartei und das sogar von „einem Vorsitzenden“. Alles Mumpitz dachte ich mir in diesen Moment. Ich fühlte mich in diesen Moment nicht in der Position des Vorsitzenden. Nun da wir Jungen Piraten m.E. weder im Bund noch im Land eine Meinung zu dem Thema derweil haben, legte ich auch und rief den Bundesvorsitzenden der Jungen Piraten an und sprach mit ihm. Erklärte die Situation, die Möglichkeit die sich uns gegeben wurde und evaluierte. Folgerichtig sagte @branleb, dass wir bzw. seine persönliche Meinung ist, dass wir uns aus Personaldebatten heraushalten und es für uns keinen Grund gibt, wieso wir dazu Stellung beziehen sollten. Jeder Kommentar hätte nur ein schlechtes Licht geworfen und wo Licht ist, ist stets auch Schatten.

Somit teilte ich der Redakteurin der BILD mit:

Quelle: Korrespondenz mit BILD (Berlin)

 

„Sehr geehrte Frau Delistat, nach Rücksprache mit dem Bundesvorsitzenden der Jungen Piraten e.V. möchte ich zu personellen Debatten rund um Julia Schramm, oder ihrem Buch keinen weiteren Kommentar abgeben. Vielen Dank für Ihr Verständnis“

Damit war das Thema eigentlich für mich erledigt. Doch aus dem Artikel den BILD zurzeit online (auch in der Printausgabe?) stehen hat, sieht es so aus, als hätte ich persönlich mit der BILD dieses Statement gegeben.

Quelle: Bild

Ich habe das Feedback was mir an die 10-15 PIRATEN gegeben haben, gewahrt und habe es vorgezogen nicht mit der BILD offiziell zu kommunizieren. In der Tat habe ich mit der Dame von der Redaktion telefoniert. Dieses Gespräch war auch sehr interessant. Wohl gemerkt bewusst in Vorhaben, dass dies nicht offizielles Statement ist. Ich habe es mir erlaubt, wenn überhaupt ein Statement schriftlich mitzuteilen (siehe oben). Frau Delistat hat mir erklärt, dass es sehr bedauerlich sei, dass Julia nicht erreichbar wäre, wo es doch um eine öffentliche Person geht – weiterhin fragte sie mich auch, ob ich (O-Ton) „Insiderwissen“ habe, ob Julia das Buch selbst hat löschen lassen im Internet oder ob es der Verlag war. Ich konnte hierbei nur getrost darauf verweisen, dass es wahrscheinlich wie bei jedem anderen Künstler/Autor die Rechtsabteilung des Verlages Löschungen in Auftrag gibt. Auch wurde mir erklärt, dass die BILD der Hauptstadtredaktion ja anders sei, als die BILD in Düsseldorf oder Köln, was ich nur getrost und mit einem Lächeln kommentieren konnte, dass BILD überall reißerisch, polemisch sei und das sie es doch gut wisse. Auch mit der Bitte um das Statement habe ich erst einmal darauf verwiesen, dass ich mit dem Bundesvorsitzenden der Jungen Piraten bzw. der „Presseabteilung“ spreche, bevor ich was zu Protokoll gebe. Ich wollte ja auch nicht den Wulff machen und auf Kai Diekmanns Anrufbeantworten sprechen, erklärte ich ihr. Das Statement sollte „kurz und prägnant sein“, ich würde ja die BILD kennen, so die Redakteurin. Ich habe nicht wie es den Anschein hat in dem BILD-Artikel der BILD jemals ein Statement abgegeben. Das wird aus dem Kontext allerdings nicht klar und liest sich vollkommen anders. Allerdings wurde ich völlig richtig zitiert im Wortlaut – doch nicht angegeben ist die Quelle. Die Quelle ist hierbei Twitter (siehe ganz oben) bzw. mein Tweet.

Zum Abschluss möchte ich ein Résumé ziehen. Viele die Twitter nutzen, schreiben Dinge die eher trollig sind, oder gar polemisch, oder  sonst was. Oftmals ist es nur ein Gedanke den man in dem Moment ins Internet gießt. Viele Vorstände, Amtsträge und Co. schreiben Dinge, die für die Presse oftmals ein gefundenes Fressen ist. Irgendjemand wird dann zitiert und dann sogar noch falsch bzw. wie man sieht, dass es so ausschaut, als das man wohl überlegt eine Position bezogen hat. Vielleicht sollten wir alle die im öffenlichen Bereich stehen, etwas sensibler werden. Sensibler was wir so sagen. Doch wenn wir das tun, geben wir unsere Meinung wohl oftmals gar nicht, oder nur geschönt wieder und das widerstrebt mir zu tiefst. Es tut mir äußerst Leid, wenn dieser unbedachte Gedanke, der von BILD aufgegriffen wurde, für Empörung gesorgt hat. Für den Moment hielt ich das für sehr sinnig, es zu formulieren. Ich habe nachdem ich die BILD informiert habe (oben angegebene Email) Julia Schramm auch angeschrieben mit dem Hinweis, dass es mir Leid tut und das ich der BILD eine Absage erteilt habe. Ein Dankeschön erhielt ich in Textform zurück und den Hinweis, dass ich gerne bei Fragen und Co. zu ihr kommen könnte auch bzgl. JuPi-Angelegenheiten. Somit ist das mit Julia geklärt und besprochen gewesen.

Danke für die Aufmerksamkeit

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2 comments

  1. […] Gabriel “TheFuryPirat” Heinzmann-Jiménez hat sich zu seinem Tweet und dem BILD-Artikel in einem Blog-Beitrag geäußert. […]

  2. acepoint sagt:

    »Da twittert man einfach so vor sich hin und ergießt seine Gedanken in Textform auf Twitter nieder.«

    »Durch die Reihen hinweg wurde mir mitgeteilt, dass es nicht sinnvoll ist ein Statement abzugeben.«

    Tja, Twitter ist nun mal dafür gedacht, einer Öffentlichkeit, die sich ihre Autoren selbst aussucht, seine Gedanken mitzuteilen. Dann darf man sich auch nicht darüber beschweren, dass die Öffentlichkeit, in diesem Fall die Bild, das Statement eines Autors aufgreift, wenn es passt.

    Aber Du hast ja die richtigen Schlüsse daraus gezogen.

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